Berichterstattung

«Tag der Lehre» 2012 –ein Rückblick

Am 24. Oktober 2012 fand an der Universität Zürich zum vierten Mal der «Tag der Lehre» statt. Studierende, Lehrende und Mitarbeitende waren eingeladen, über ausgezeichnete Lehre zu diskutieren. Zahlreiche Veranstaltungen fanden tagsüber in den Instituten und Seminaren statt. An der Abschussveranstaltung in der Aula wurde zuerst zu «wissenschaftlichem Arbeiten» referiert und diskutiert, bevor als feierlicher Abschluss zum ersten Mal Semesterpreisträgerinnen und Semesterpreisträger der UZH öffentlich gewürdigt wurden.

Veranstaltungen während des Tages

An zwölf Instituten und Seminaren fanden Veranstaltungen statt. Ihre Themen und ihre Formen spiegeln die Vielfalt der Universität und legen Zeugnis ab von einem grossen Engagement für die Lehre. An einigen Orten wurde kontrovers über geplante Studienreformen, über Parameter und Strategien guter Lehre oder über den Umgang mit ungenügenden Arbeiten Studierender diskutiert. An anderen Instituten wurde engagiert zu den Berufsaussichten der Absolventinnen und Absolventen eines Studiums an der UZH, zur Verknüpfung von Forschung und Lehre, zu besonders innovativen Lehr- und Lernformen oder zur Teilhabe von Studierenden an Forschungsprojekten referiert. An anderen Veranstaltungen wurde über Kooperationen mit externen Institutionen in Forschung und Lehre diskutiert oder über die Mobilität von Dozierenden und Studierenden informiert. Und selbst Lehrpreise wurden verliehen.

Abschlussveranstaltung in der Aula

Den festlichen Schlusspunkt des «Tages der Lehre» setzte die Abschlussveranstaltung in der Aula. Eingeladen waren dazu im Speziellen die 50 Semesterpreisträgerinnen und Semesterpreisträger des Herbstsemesters 2011 und des Frühjahressemesters 2012, die erstmals in öffentlichem Rahmen feierlich gewürdigt wurden. Ausgezeichnete studentische Arbeiten führten denn auch gleich als roter Faden thematisch durch den Anlass.

Im ersten Teil der Veranstaltung wurde «wissenschaftliches Arbeiten» aus drei Perspektiven beleuchtet: Cornelia Ritter-Schmalz, Studentin der Latinistik und der Germanistik, Semesterpreisträgerin des HS11 und des FS12 berichtete von ihren Erfahrungen mit Semesterarbeiten. Strukturiertes Vorgehen sei hilfreich, doch ist der wohlwollende und gute «Draht» zur Betreuerin oder zum Betreuer der Arbeit massgeblich, damit eine intensive Auseinandersetzung mit der Fragestellung gefördert werde. Aus der Sicht eines Professors, der studentische Arbeiten anregt, begleitet und beurteilt, wies Prof. Dr. Rolf Pfeifer, Professor für Informatik, auf die grosse Bedeutung des Arbeitsumfelds hin. Dieses soll anregend sein, damit eine Kultur des Vertrauens entstehen kann – die wichtigste Voraussetzung für Engagement, Kritik und fördernde Beurteilung. Aber wie auch immer die Rahmenbedingungen gestaltet würden, die Studierenden müssten sich für die Auseinandersetzung mit den Themen Zeit nehmen. Um echte Expertise in einem Gebiet zu erlangen, so die Erfahrung, seien in aller Regel rund 10'000 Stunden erforderlich. Aus der Perspektive der Expertin für wissenschaftliches Schreiben formulierte Dr. Melanie Paschke, Geschäftsführerin des Zurich-Basel Plant Science Center, Thesen, wie gutes wissenschaftliches Schreiben durch gezielte Einbettung in die Studienprogramme gefördert werden kann.

In der anschliessenden Diskussion, moderiert von Prof. Dr. Otfried Jarren, Prorektor Geistes- und Sozialwissenschaften der UZH, waren sich die drei Diskutanten einig, dass erfolgreiches wissenschaftliches Arbeiten Zeit, Raum und eine bereichernde Feedbackkultur brauche. So kämen die Ideen fast von alleine, und das Engagement der Studierenden würde nachhaltig gefördert.

Besonders gelungene Umsetzungen solcher Ideen wurden im zweiten Teil der Veranstaltung mit der Würdigung der Verfasserinnen und Verfasser von ausgezeichneten Semesterarbeiten sichtbar gemacht. Preise seien eine gute Möglichkeit, um auch im akademischen Umfeld Wertschätzung zum Ausdruck zu bringen, so Prof. Dr. Andreas Fischer, Rektor der UZH, in seiner Rede. Es gehe am heutigen Anlass darum, gute Leistungen Studierender öffentlich zu anerkennen und die Geehrten zu ermutigen, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen.

Die auf die Rede folgende Würdigungszeremonie wurde vom ebenfalls ausgezeichneten Dave Ruosch Trio musikalisch untermalt.

Im Anschluss an die Feier bot der Apéro im Lichthof Gelegenheit, auf den Erfolg anzustossen und über erfolgreiches wissenschaftliches Arbeiten weiter zu diskutieren.